Er entwickelt zu einem der beliebtesten Weihnachtsmärkte Westfalens, der stimmungsvolle Weihnachtsmarkt in mittelalterlichem Stadtkern von Hattingen. Auch der Plattdeutsche Sprach- und Heimatverein Datteln bietet in diesem Jahr eine Busfahrt dorthin an; am 6. Dezember 2017 startet der Bus um 13 Uhr am Dattelner Neumarkt und um 13,15 Uhr in Horneburg.

Hattingen zählt zu den schönsten historischen Altstädten in Deutschland. Mit festlichem Schmuck in der Vorweihnachtszeit lädt der dortige Weihnachtsmarkt zu einem wahrhaft nostalgisch-märchenhaften Bummel in die Vergangenheit. Wie in jedem Jahr duftet es nach Zimt, Glühwein und gebrannten Mandeln, festlicher Lichterglanz umgibt die pittoreske Fachwerkarchitektur. Der Markt stimmt auf die Weihnachtstage ein – mit Frau Holle am Untermarkt, Plätzchenbäckerei, Krippenausstellung und Märchenweg, Feuerzangenbowle und Kunsthandwerkermarkt. Eine Führung durch die mitten in der malerischen Altstadt stehende St.-Georgs-Kirche mit ihrem "schiefen" Turm und ein gemeinsames Kaffeetrinken gehören natürlich mit zum Besuch in Hattingen.

Einige wenige Plätze sind noch frei; Anmeldungen nimmt der Vereinsvorsitzende Theodor Beckmann entgegen: Telefon 02363-65852.

Im Zeichen des Erntedanks stand der beschauliche Nachmittag des Plattdeutschen Sprach- und Heimatvereins in der Kirche St. Maria Heimsuchung in Herten-Langenbochum. Gemeindemitglider hatten dort aus Samenkörnern, Früchten, Gemüse und Kastanien das Gnadenbild der Gottesmutter Maria von Kevelaer in der Form eines prachtvollen Früchteteppichs gestaltet.

Fahrt zum Früchteteppich in Herten-Langenbochum am 4. Oktober 2017,

Abfahrt: 13 Uhr ab Neumarkt. 13:15 Uhr ab Horneburg

Am 4. Oktober 2017 lädt der Plattdeutsche Sprach- und Heimatverein Datteln in Kooperation mit der VHS seine Mitglieder und Gäste ein zu einem beschaulichen Nachmittag im Zeichen des Erntedanks. Der Früchteteppich der Gemeinde St. Maria Heimsuchung lockt jedes Jahr im Herbst zahlreiche Besucherinnen und Besucher nach Herten-Langenbochum. Seit fast 40 Jahren legen die Frauen von St. Maria Heimsuchung zum Erntedank einen Früchteteppich vor den Altar. Früchte, Gemüse, Kastanien und Samenkörner zeigen jedes Jahr ein anderes biblisches Motiv. Die Fahrt startet am Dattelner Neumarkt um 13 Uhr, in Horneburg um 13:15 Uhr. (Fahrtkosten 10 Euro) Zum Abschluss der Fahrt geht es in die Hertener Ried zu Kaffee und Kuchen. Anmeldungen bitte beim Vereinsvorsitzenden Theodor Beckmann (02363 65852) oder bei der VHS Datteln (02363 107425).

Radler machen Station an Baudenkmälern und anderen Sehenswürdigkeiten

von Norbert Schmitz, Dattelner Morgenpost, 13. September 2017

DATTELN. Zu den Baudenkmälern und kulturhistorischen Sehenswürdigkeiten, an denen sich die mehr als 100-jährige Geschichte der Evangelischen Kirche in Datteln nachzeichnen lässt, führte am Sonntag eine Fahrradtour, zu der Volkshochschule und Heimatverein eingeladen hatten.

„Wir haben das Vestische Radeljahr und das Lutherjahr zum Anlass genommen, um diese historischen Stätten anzufahren,“ erläuterte VHS-Leiterin Rosemarie Schloßer vor dem Start am Dorfschultenhof.

Und in diesem Gebäude präsentierte Theo Beckmann, der Vorsitzende des Plattdeutschen Sprach- und Heimatvereins, bereits die erste Sehenswürdigkeit. Es sind die Glocken, die im Jahre 1848 beim „Bochumer Verein“ gegossen wurden und danach erst in der Gustav-Adolf-Kirche in Recklinghausen läuteten. „Als dann die Friedenskirche in Meckinghoven gebaut wurde, machten die Recklinghäuser sie der jungen Gemeinde in Datteln zum Geschenk,“ erklärt Beckmann, den Rosemarie Schloßer als das „wandelnde Geschichtsbuch Dattelns“ bezeichnete. Die Glocken sind aus Gussstahl gefertigt, ebenso wie die im Turm der Lutherkirche. Und auch diese wurden in dem Bochumer Stahlwerk gefertigt.

Vom Dorfschultenhof ging es weiter zum Freiherr-vom-Stein-Haus, wo ehemals eine Notkirche stand. Dann machten die Teilnehmer an der Lutherkirche und an dem für die evangelischen Christen in Datteln bedeutungsvollen Lutherhaus Station. Auf ihrer Radtour steuerten die Teilnehmer weiter die Versöhnungskirche in Meckinghoven, Horneburg und schließlich die Friedenskirche an der Provinzialstraße an. Dieses älteste evangelische Gotteshaus in Datteln steht als Kirche inzwischen nicht mehr zur Verfügung, bleibt als Gebäude dank des Einsatzes engagierter Bürgerinnen und Bürger aus Waltrop und Datteln jedoch bestehen und dient als begehrter Veranstaltungsort.


Foto: Die alten Glocken aus der Friedenskirche hängen im Dorfschultenhof. Zu Beginn der Radtour zu kulturhistorischen Sehenswürdigkeiten berichtete Theo Beckmann (Mitte), Vorsitzender des Plattdeutschen Sprach- und Heimatvereins, über die Geschichte dieser Glocken. (Foto: Norbert Schmitz)

Wie die Deutschen Luther sahen

Am vergangenen Wochenende unternahm eine kleine Gruppe aus Datteln, geführt von Theodor Beckmann vom Plattdeutschen Sprach- und Heimatverein, einen Besuch des LWL-Landesmuseums für Klosterkultur in Dalheim. Anlass für diesen gemeinsamen Tagesausflug der VHS, der Ev. Kirchengemeinde und des Heimatvereins war die im Kloster Dalheim seit November 2016 laufende Lutherausstellung „Luther. 1917 bis heute“, die der Frage nachgeht, was den Reformator bis heute zu einer Schicksalsfigur der Deutschen macht. Dabei beschränkt sich die Ausstellung nicht nur auf den Zeitraum der vergangenen 100 Jahre, sondern widmet sich ergänzend ausführlich Luther und seiner Zeit im 16. Jahrhundert. Staunend betrachteten die Besucher aus Datteln beispielsweise Murmeln aus dem Wohnhaus der Luthers in Mansfeld, mit denen der kleine Martin vielleicht gespielt hat, ein Messgewand des Reformators, ein Luther-Portrait des Malers Lucas Cranach oder auch die legendäre Truhe, in der der Dominikanermönch Johann Tetzel die Einnahmen seiner Ablasspredigten anhäufte.

Im Mittelpunkt der Ausstellung steht natürlich die Auslegung und Wahrnehmung der Lehren Martin Luthers durch 100 Jahre deutsche Geschichte bis in die Gegenwart. Herr Rupp vom Museumsteam erläuterte der Besuchergruppe aus Datteln die drei Phasen der Luther-Rezeption seit 1917: als Nationalheld zur 400-Jahrfeier des Thesenanschlags, als sogenannter „deutscher Luther“, den die Nationalsozialisten für ihre Propaganda vereinnahmten, als „Fürstenknecht“ oder später als Anführer der „ersten frühbürgerlichen Revolution“ in der DDR. Immer wieder wurde der Reformator von der Obrigkeit vereinnahmt, wurden seine Äußerungen in einen neuen politischen Zusammenhang gesetzt. Die zahlreichen Exponate in Dalheim sind geeignet zu verdeutlichen, wie sehr jede Zeit sich den Luther formte, der zu ihr passte. Nicht immer traf dabei das Bild von ihm seine eigenen Ideen.


Foto: Modell der Klosteranlage Dalheim

Abgerundet wurde der abwechslungsreiche Museumsbesuch durch überraschende Einblicke in das Klosterleben des späten Mittelalters, durch ein Mittagsbuffet, ein Kaffeetrinken und durch einen abschließenden Nachmittagsspaziergang in den weitläufigen Klostergärten.